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Deutsche Autobahnen

Am Wochenende war ich bei meiner Freundin. Bis dahin sind es so rund 300 Kilometer, davon etwa 285 Autobahn, A1, A7, A352, A2. Am Freitag hinfahren war zwar super, weil ich da noch das ganze WE mit ihr vor mir hatte, aber die Fahrt selbst war bäh. Regen, hereinbrechende Nacht, Freitag-Abend-Verkehr.. Sonntag zurück war doof, weil von ihr weg, aber die Fahrt selbst war überraschend gut!

In der letzten Zeit muss ich wirklich sagen, dass die deutschen Autobahnen ein Stück Lebensfreude sind. Wenig Baustellen, immer wieder Neubaustücke von hervorragender Qualität, subjektiv weniger werdende Tempolimits.. besonders letzteres fiel mir positiv auf: Wenn man aus Richtung Dortmund kommend in die nähere Umgebung von Hannover fährt erwartet man ja eigentlich, dass wie üblich im Radius von 50 Kilometern um jede Siedlung der Verkehr auf gefühlte Schrittgeschwindigkeit gebremst wird. Es könnte ja ein spielendes Kind seinem Ball hinterher.. Aber nicht so in der Anfahrt auf Hannover. Die ansich unheil dräuenden elektronischen Anzeigetafeln zeigen nichts an, und so kann man mit geneigten 190 (mehr geben die Winterreifen nicht her) durch eine Stadt zuckeln. In Bremen auf der 1 ist das ganz ähnlich gelöst worden, da kann man speziell Nachts durchziehen wie eine Boeing auf der Startbahn.
Die elektronischen Anzeigedinger sind sowieso meine Freunde, meistens jedenfalls. Ich weiß nicht warum, aber überall wo die stehen kann man im Normalfall von weniger Tempolimits ausgehen. Außer in Bayern, wo man sich überlegt hat, die von den Verkehrsüberwachungskameras bereitgestellten doch auch den Bußgeldstellen zuzuleiten.

Tempolimits, ob elektronisch oder blechern angeordnet, können eine sehr sinnige Sache sein. Und ich halte mich da auch allermeistens wirklich dran, davon ausgehend, dass jemand gewusst hat, warum er diese Schilder da hingestellt hat. Auf der anderen Seite ist das manchmal fragwürdig, besonders in einem Land, wo jeder Verkehrstote nicht nur sein eigenes Kreuz, sondern auch sein eigenes Tempolimitschild bekommt. Beispiel B51: Da hat sich ein ortskundiger Frischling erdreistet einen Unfall zu bauen. Jetzt steht da statt einer impliziten 100 eine stumm zeugende 80. Es war minus acht Grad, die Straße war Nass, und trotz der 211 km/h fand ein Baum den Mut sich Väterchens BMW am Ende der Kurve in den Weg zu stellen.
Aber damit machen die elektronischen Anzeigetafeln sinnvollerweise Schluss. Offenbar scheint der Gesetzgeber dazu anzuhalten beim aufstellen nachzudenken, ob die Investition in diese Tafeln denn auch insofern lohnt, als dass eine permanente 100 (Schnee kann sehr plötzlich über Deutschland hereinbrechen!) in Blechausführung nicht auch noch Strom kostet.

Übrigens habe ich inzwischen eine Theorie, was die besten Schnellfahrstrecken angeht. Zuerst habe ich ja die einstelligen Autobahnen abgesucht. Aber ohne Erfolg. Da sind wirklich limitfreie Strecken eher dünn gesät, und außerdem sind die im Schnitt alt, und auch noch stark befahren. Die dreistelligen Autobahnen können lohnen, wie die 352 eindrucksvoll zeigt. Meistens liegen die aber irgendwo in einer Stadt, und sind entsprechend zum Ausfahren weniger geeignet. Die wirklichen Freunde sind die zweistelligen Autobahnen, so wie die 60 oder im besonderen die der deutschen Einheit zu verdankende A20. Da gibt es auf Rund 250 Kilometern genau eine einzige Begrenzung auf 120 auf einer Länge von anderthalb Kilometern. In Bitumen gegossener Traum der zweitschlaflosesten aller meiner Nächte!

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