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Le Rustique

Vor ein paar Tagen im Supermarkt dachte ich mir: Warum nicht mal einen richtig ordentlichen Weichkäse versuchen? Das kann etwas ganz feines sein. Also stand ich vor dem 17 Meter breiten Regal, wie der Ochs vorm Berg. Ich habe mich dann für “Le Rustique” entschieden.

250 Gramm für 2,39, also eher im mittleren Preissegment angesiedelt. Für die Optik wird was geboten, eine kleine Holzbox mit einem Tuch drin. Die typische Holzbox kennt man bereits – und das Tuch entpuppt sich nach näherem Hinsehen als geschickt gewebte und gedruckte Papierserviette. Also mehr schein, als sein. Ansonsten ist er in Plastik-Papier-Tuch eingewickelt, trägt noch einen dünnen Aufkleber unter dem Wickelpapier.. und sieht eben aus wie ein Weichkäse.
Der Teig glänzt, ist etwas schmierig-klebirg, eher weißlich als gelblich. Er ist relativ feucht, bricht oder reißt aber trotzdem leicht, ist also auch recht gut zu schneiden. Überrascht hat mich, wie schnell die Schnittstellen unter ihrem eigenen Gewicht “auslaufen”. Spätestens am nächsten Tag ist da ein halber bis ein ganzer Finger breit Teig ausgelaufen ist. Das scheint aber ein relativ begrenztes Phänomen zu sein, meine Befürchtung, dass der Käse am dritten Tag ein einziger Matschehaufen ist hat sich nicht erfüllt. Er hält einigermaßen zusammen.
Geschmacklich kann er dafür richtig was. Ich gebe zu, dass ich auf diesem Gebiet nur wenige Vergleichsmöglichkeiten habe, aber hier eröffnet sich mir klar, was ich bisher verpasst haben könnte. Der Käse schmeckt dezent, aber gleichzeitig intensiv. Nur wenig faulig, leicht schimmelig-milchig-würzig. Vielleicht etwas feucht-erdig. Klar, diese Geschmacksrichtung muss man mögen, aber als solche ist sie wirklich sehr gut. Schwierig wird es bei der Auswahl der “Beilage”, sprich dem Brot. Normales Industriebackwerk könnte dem nicht ganz gerecht werden. Ich habe FinnCrisp genommen, funktioniert ganz gut damit.
Aber vorsicht. Jedem probierfreudigen sollte gesagt werden: Der Käse möft wie die Pforte der Hölle. Ähnlich wie er schmeckt: Dezent, aber gleichzeitig intensiv. Will heißen: Der Käse “stinkt” nicht. Er riecht, ja. Aber binnen 4 Minuten riecht die gesamte Wohnung danach, das für die nächsten fünf Stunden, und ist durch Lüften auch nicht wegzukriegen.

Ich werde in diesem Bereich in jedem Fall weiter experimentieren.

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