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Haushaltsgeräte

Heute bin ich ausgezogen mit dem festen Vorsatz, meine Küchenausstattung zu vergrößern. Konkret hatte ich mir vorgenommen entweder eine Friteuse oder einen Handrührer zu kaufen, und Abends entweder Pommes oder Kuchen zu machen. Von diesem Kreuzzug möchte ich berichten.

Man(n) stellt sich das mit den Haushaltsgeräten ja eher einfach vor. Ein Haushaltsgerät soll einen definierten Zweck erfüllen, und entsprechend wird es ein einziges Best Practise-Modell davon geben, von dem dann nur marginalste Variationen hergestellt werden.
So ist das aber nicht. Entweder ist ein Haushaltsgerät bereits auf den ersten Blick als unhandlich und unpraktisch erkennbar, oder es fühlt sich oder es ist hässlich wie die Nacht, oder es kostet so viel, als wäre es aus massivem Gold hergestellt worden.

Ein schönes Beispiel sind die Friteusen. Wir haben zuhause eine relativ kleine aber sehr praktische Friteuse. Ich glaube, Tefal Quadra heißt sie. Klein, handlich, einfach zu reinigen, und teuer war sie m.E. auch nicht. Die Friteusen, die ich heute im Saturn gesehen habe, haben alle (!) diesen Zweck nicht erfüllt. Entweder hatten sie einen 3-Liter-Garraum, was für mich als einzelne Person ja leicht überdimensioniert ist. Oder sie hatten die Heizspiralen fest im Garraum, was zur Reinigung natürlich ein Alptraum ist. Alle hatten sie einen unbrauchbaren Griff, entweder so ein Ding was man zusammendrücken und dann in die Halterung schieben muss, oder so einen Abknick-Versenkgriff mit drei Schaltern und zwei Rasten, den man nur mit aufgeschlagenem Handbuch richtig halten kann, und der natürlich genau dann abklappt und die Pommes auf den Boden schmeißt, wenn man ihn bis kurz vor den Zielteller jongliert hat.
Bei den Handmixern ist es ein wenig einfacher, denn da gibt es nicht ganz so viele Variationen. Es gibt die einfachen, die zum mixen da sind, und die, die man mit 46 Zusatzteilen zu einer Komplettküche inklusive Herd und Spüle ausbauen kann. Trotzdem gibt es eine Preisspanne von 11 bis 149 Euro, wobei alles von 11 bis 34 Euro im Saturn einfach mal ausverkauft war. Sogar im Kaufhof nebenan gab es nichts vernünftiges. Erst im WalMart bin ich mit einem veralteten Siemens-Modell für 29,90 fündig geworden – noch immer viel, aber der gleiche kostete am Anfang der Mö jeweils über 50 Euro.
Einen Wasserkocher habe ich zwar nicht gesucht, aber die sind auch ein prima Beispiel für absolute Krüppel: Wer jemals (!) einen Wasserkocher besessen hat, der weiß, dass sich da an der Kochfläche Kalk ablagert. Trotzdem werden noch immer Wasserkocher hergestellt, die frei liegende Heizspiralen haben. Die Varianten mit der platten Kochfläche sind zwar inzwischen in der Überzahl, aber trotzdem wird sowas noch angeboten.
Und viel mehr noch: Die Öffnungen oben werden immer schmaler und “verbauter”, der Wasserkocher kriegt immer mehr von einer Thermoskanne. Wie soll man denn da reingreifen, um die Dinger von innen sauberzumachen? Selbst mit irgendwelchen starken Entkalkern würde ich eigentlich doch gerne danach nochmal da durchwischen.

Und so geht es weiter und weiter. Toaster – für 129 Euro. Friteusen – bis 189 Euro. Brotautomaten – für 249 Euro. Saftpressen – für 329 Euro. Raclettes, bei denen die Grillplatte nicht richtig sitzt. Mixer, die schon im Laden beim anpacken auseinanderbrechen. Heizlüfter, die nicht gerade stehen. Und ich habe bis heute keinen Spiritusbasierten Fonduebrenner mehr gefunden.
Ich will nicht unbedingt die gute alte Zeit beschwören, aber waren die Geräte früher auch schon so scheiße? Vor allem solche Vollplastikkrüppel gehen mir arg auf die Nerven. Geräte, die schon beim anfassen das Gefühl vermitteln, dass sie zum Nachkaufen hergestellt wurden. Auf der anderen Seite sind alle Geräte, die einen halbwegs soliden Eindruck machen, inzwischen beinahe unleistbar teuer geworden. Das geht doch alles so nicht. Das ist klar: SCHLECHT!

Post-Skriptum: Ziel war ja ein Kuchen. Der Schokoladenkuchen von Oetker. Da bin ich schon lange heiß drauf. Im Rahmen meines Kreuzzuges also eine Errungenschaft gefeiert: 200 Gramm Butter, 4 Eier, die Backmischung, einen Handrührer, für den ich 3 Stunden durch die Stadt gelaufen bin, eine Schüssel. Eigentlich wollte ich am ende des Tages stolz auf mich sein. Doch es sollte nicht so weit kommen. Zum Glück sollte eine Kleinigkeit fehlen: Die Backofenform.

4 Kommentare

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  1. Sab

    wer kauft heute noch Toaster??? ich hab da sonnen schönen blauen -geschenkt bekommen – in der Küche stehen. Der brennt mir sogar noch so ein rennendes Männlein aufs Toast :-D. Da schmeckt das Toast gleich viel besser.

  2. Loco

    Spiritusbrenner sind m.W. inzwischen verboten, weil zu gefährlich: wenn sowas mal umfällt, gibts ein Flammenmeer… und wenn man die Brenner überfüllt, laufen sie über, mit ebenso lustigen Folgen (ich hab Erfahrung). Statt dessen soll man Brennpaste verwenden. Auch lustig, aber läuft nicht gleich übern ganzen Tisch. Handmixer, vulgo “Wirbelwilli”, hab ich im Supermarkt gekauft, für siebennochwas mit Stabmixhäckseldingens zum Aufschrauben, und das Teil tut seine Arbeit zuverlässig.

  3. Lampe

    Spiritusbrenner sind aber leider voll gut. Diese Pastenkübel sind irgendwie.. naah. Nix für Muttis Jung. Auch nicht schlecht, aber dennoch..

  4. Loco

    Ach, wenn die Paste mal heiß ist, brennt sie auch ganz anständig. Und läßt ganz lustige Rückstände zurück… Sonst mußt du dich im Ausland versorgen. In Frankreich gibts auch noch Chlorbleiche (“eau de Javel” genannt), damit kann man ganz tolle Sachen machen… :>

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