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Emotionsfernsehen

Zur letzten DSDS-Show, gestern Abend, schreibt der Spiegel heute einen Verriss, der sich insbesondere mit dem beschäftigt, was das US-Fernsehen vorlebt, und das DE-Fernsehen langsam hochschaukelt: Der “Arbeit” mit Emotionen.

Nachdem ich den Artikel gelesen habe war meine erste Reaktion: “Endlich isses mal noch jemand anderem aufgefallen”. Die zweite dann: “Wenn DIE das erst jetzt merken, dann muss es eigentlich gut laufen”. Es ist ja nicht nur die Castingshow-Krankheit, die um sich greift – mit Emotionen spielende Fernsehsendungen sind einfach “in”. Oder wie erklären wir uns die Talkshow-Welle? Ernste Formate wie die öffentlich-rechtlichen sie machen würden sind da ja nun nicht gelaufen. Stattdessen regte sich täglich die Nation über irgendwelche neuen Beischlafabnormitäten auf. Die Super-Nanny-Welle, und bei genauer Betrachtung ist auch die Gerichtsfernsehen-Welle nicht so viel anders angelegt. Das einzige, was da rausragt, ist die schon zig Jahre her seiende Gameshowwelle.

Wenn man mal ein wenig “Talk Talk Talk” guckt, und es dabei schafft den Kraus-Unfall auszublenden, dann fällt einem auf, wie viel extremer das in den USA noch ist. Da wird in Talk-Shows eigentlich nur noch gebrüllt. Von den Moderatoren, den Kandidaten und dem Publikum. Also – ich meine jetzt nicht, dass man sich mit Hassröte im Gesicht anschreit. Das machen sie natürlich auch. Aber die *reden* dort nicht mehr miteinander, sondern jede Äußerung wird so vorgebracht, als müsste man die Distanz zum Zuseher manuell überbrücken, statt per Fernsehsignal.

Ich finde das alles sehr schrecklich, und gucke alleine aus Prinzip schon kaum mehr solche Formate. Speziell gegen die Casting-Shows habe ich eine tief verwurzelte Abneigung entwickelt.

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