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Die durchdrehenden Franzosen..

Heute Nacht, so als kleinen Vorgeschmack, wurden in den Pariser Vororten 15 Autos abgebrannt. Zitat des Nachrichtensprechers: “Das ist hier in Frankreich nicht weiter wild”.

Was machen die denn da?! Dass die Franzosen etwas, äh, heißblütiger sind als wir bräsigen Deutschen ist ja Allgemeingut. Aber das ist schon irgendwie sehr krass. Und es ist hier in Europa – nicht irgendeine Bananenrepublik weit weit weg, wo eh nur fanatische Mullahs leben, bei denen sogar liberale Menschen wie ich sagen müssen, dass es vielleicht gar nicht verkehrt ist, wenn die sich gegenseitig auf Trab halten, und wo eine hohe Mauer drumrum sicher auch eine Überlegung wer wäre.

Aber die Franzosen? Ich meine, ich habe da Verwandte. Nicht in Paris, aber Franzosen. Sehr nette, kultivierte Leute. Die Lebensauffassung der Franzosen insgesamt ist zwar für mich etwas seltsam (wie kann man Leitungen auf Putz legen?), und nochmals, dass die aufgrund ihrer Lebenseinstellung schnell etwas hitziger werden ist ja bekannt. Aber 15 Autos abfackeln?

Passend lief heute eine Doku über die JVA Berlin-Tegel, nach der die eine Rückfallquote (ich glaube sie nannten es Resozialisierungsversagen) von SIEBZIG Prozent hat. Das muss man sich mal überlegen: Die Leutchen sitzen da eine nicht zu unterschätzende Zeitspanne in Jahren als Strafe ab, kommen raus, und fast drei von vieren gehen dann wieder hin und richten Dinge an, von denen sie genau wissen, wo sie damit enden können oder werden. Verstehe ich alles nicht.

2 Kommentare

  1. Sab

    “Verstehe ich alles nicht. ” Ich glaube, dass es manchmal besser ist nicht alles zu verstehen.

  2. Kerstin

    Es gibt das Phänomen, dass du “Leben” verlernen kannst. Die Leute haben im Knast eine bis ins kleinste geregelte Struktur. Alles wird vorgeschrieben. Und das über Jahre. Dann sind sie draußen und müssen auf einmal wieder selbst entscheiden, was sie wann machen. Und genau hier hakts dann – viele werden genau damit nicht fertig und dann rückfällig. Viele sind ja straffällig geworden, weil sie strukturiertes Leben gar nicht kannten, ständig mit den anderen deswegen in Konflikt kamen, bis das eskalierte. Und so einer, der seine 10 Jahre in diesen strengen Strukturen verbracht hat, in einer eigenen Welt, wo die Uhren anders gehen, diese Knastwelt hat aber auch nix mit unserer zu tun, der wird dann mit unserer Lebenwirklichkeit und dem Alltag konfrontiert. Viele packen das nicht und werden rückfällig. Manche sogar bewußt, damit sie wieder rein kommen. Genau aus diesem Grund gibts ja Freigänge und Resozialisierungsmaßnahmen, damit die wieder lernen, wie es “draußen” funktioniert. Aber das klappt halt nicht immer.

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