«

»

Die Ständige Vertretung (StäV)

Nachdem ich im Rodizio, einem meiner Lieblings-Fresstempel, inzwischen einen “Stammtisch” habe wurde es mal wieder Zeit für was neues. Also habe ich meinen Fresskumpan, den Udo, geschultert, und bin losgezogen. Für heute stand auf dem Plan: Die Ständige Vertretung, ein vorwiegend rheinisches Kulturgut.

Ich weiß gar nicht recht wo oder wie ich die gefunden habe, jedenfalls hat mich die Online-Karte gleich in ihren Bann gezogen: Überall sind lustige Sprüche dabei, und die Gerichte sind alle irgendwie gleichzeitig gut-bürgerlich aber trotzdem auch ein bißchen verwegen. Gekocht wird hier offenbar nach dem Motto “Nix aus der Dose. Nix aus der Tüte. Nix aus dem Beutel. Alles frisch auf den Tisch. Wo gibt’s das denn noch?” – denn das steht auf jeder Seite der Karte unten drauf.

Der Laden liegt in HH überraschend zentral, und trotzdem ein wenig versteckt, in der Nähe vom Rödingsmarkt. Von der Bahn aus ein paar Minuten zu Fuß, eigentlich recht praktisch. Draußen stehen bestimmt hundert Stühle – aber wir haben uns reingesetzt. Das “drin” sieht im ersten Moment etwas chaotisch, abgenutzt und kneipig aus, erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass sie sich bewusst Mühe geben so auszusehen, ohne es zu sein. Die Tische und Stühle sind nicht die gemütlichsten und knapp über der Biergarnitur anzusiedeln, für die Dauer des Aufenthalts geht es aber. Die Bedienung bemüht sich redlich einen rheinländischen Flair rüberzubringen, und zumindest dem Chefkellner nimmt man die ruppig-freundliche Art sogar ab.

Ganz wichtig vorher zu wissen: Das Kölsch wird ungefragt nachgefüllt, sobald das Glas leer ist, und dem kann man nur vorbeugen, indem man den Deckel aufs Glas legt. Funktioniert übrigens auch wie ein Uhrwerk, wir hatten beide nach knapp zwei Minuten das nächste Bier da stehen.

Das Essen war sehr gut – allerdings auch nicht das günstigste. Das haben dafür die Portionsgrößen wieder wettgemacht. Auf den Bildern zu sehen ist einmal das “Stasi-Schnitzel, Schuhgröße 46″, und einmal die rheinische Rindsroulade. Die Roulade war schon recht gut, allerdings war der Rotkohl mit etwas Zimt gewürzt – das hätte nicht sein müssen. Beides hat etwa 12,50 gekostet.

staev_essen_070526_3.jpgstaev_essen_070526_1.jpg

staev_essen_070526_4.jpgstaev_essen_070526_2.jpg

Insgesamt sehr empfehlenswert, der Laden. Da werde ich mal wieder hingehen. Für Nachahmer: http://www.staev.de.

4 Kommentare

Zum Kommentar-Formular springen

  1. lampe

    Nachtrag: Unten auf den Computer-Kassenzettel ist ja immer noch ein Platz für irgendwelche frommen Wünsche. Die StäV schreibt dort: “Wenn es Ihnen gefallen hat, erzählen Sie es Ihrem Friseur. Wenn nicht, seien Sie bitte stille.”

  2. die Mel

    Klingt gut! die Mel

  3. Pienchäään

    gibts da auch richtiges Bier oder nur Kölsch?

  4. lampe

    Öh, ich glaube, nur Kölsch.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>