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Agrarfrost Reibekuchen

Ich mag ganz gern mal Reibekuchen (Kartoffelpuffer?). Natürlich bin ich eine faule Sau und mache die nicht selbst, sondern ich kaufe fertige. Die sind, glaubt man Kennern oder meiner Freundin, zwar ein Sakrileg sondersgleichen, aber Zeit und Mühe sparen hat doch auch was.

Ganz ähnlich scheint man das in Wildeshausen bei Stöver/Agrarfrost auch zu sehen, und entsprechend gibt sich auch das End-”Produkt”. Aber der Reihe nach.

Die Reibekuchen kommen in einem stabilen Plastikschlauch daher, in der etwas drögen 80er-Jahre-Agrarfrost-Aufmachung. Innendrin sind munter alle Reibekuchen aneinandergefroren. Mit einem Messer lassen sie sich zwar halbwegs unfallfrei trennen, aber toll ist sicher anders. Ebenso wie die immensen Mengen von gefrorenem Kondenswasser im Schlauch und auf den Reibekuchen. Das ist für mich immer ein etwas zweifelhaftes Zeichen.

Arg negativ ist auch die sehr seltsame Garung. Ich tu Reibekuchen immer schön in der Friteuse machen, weil alles andere kann nix. Bisher hatte ich mit den meisten TK-Reibekuchen da auch gute Ergebnisse erzielt, nicht so beim niedersächsischen Qualitätsprodukt: Während die Unterseite schon dunkelbraune Züge annimmt und spröde wird haben sie obendrauf immer noch einen Matschefleck, wo die Kartoffeln nichtmals ganz durch sind. Mag sein, dass das dass Ergebnis weggelassener Chemie ist, dann ist es aber Natur am falschen Fleck.

Schmecken tun sie halbwegs. Recht würzig und kräftig, und auch irgendwie kartoffelig. Leider nehmen sie aus einem mir unbekannten Grund aber unglaubliche Mengen Frittierfett auf, weswegen man sich vom Mund nicht unbedingt den Sabber wegwischen muss.

Ein Lob muss ich trotzdem loswerden, und zwar für die Agrarfrost-Homepage. Unter agarfrost.de findet sich ein heutzutage seltenes Portal um das Unternehmen und seine Produkte. Es gibt weder eine Community, noch Gewinnspiele, noch Schäl-die-Kartoffel-Flashfrickeleien, noch irgendwelche andere Dreckskacke, für die man einige Unternehmen mit einem Generalboykott belegen müsste. Stattdessen AUSFÜHRLICHE und BEBILDERTE Produktvorstellungen in Listenform mit Angaben zu Inhaltsstoffen, Packungsgrößen und Zubereitung. Ein paar kleine Rezepte und mit einem Augenzwinkern gestaltete Informationsseiten zum Unternehmen runden die Homepage ab. Eine Homepage, zu der man vielleicht nicht “gerne” wiederkommt, aber an die man sich ggfs. gerne erinnert, und die einem sagt: Die Jungs bei Agrarfrost haben die dicksten Kartoffeln.

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