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Nervige Werbung

Werbung ansich ist eigentlich immer ein Nervfaktor. Aber ab von der Frage, ob man lieber für, äh, qualitativ hochwertige Programme bezahlen wollen würde ist Werbung ja auch eigenständig betrachtbar.

Werbung kann ja sehr vieles sein. Lustig, aufregend, spannend, schön, aussagekräftig.. aber im Moment scheint jeder darauf zu setzen seine Werbung einfach beschissen zu gestalten.

Beispiel 1: Congstar. Internet so einfach wie Fast Food. Die Fernsehwerbung ist in Pop-Art gestaltet, hat eine reichlich nervige Musik, und hat für mich irgendwie keine andere Aussage als “Eigentlich müsste man Fernsehsender fragen, ob sie sowas wie Ethik bei der Auswahl der von ihnen gesendeten Werbespots haben”. Ganz ehrlich: Eine Firma die irgendwas von sich mit “Fast Food” vergleicht, die hat für mich keine Minute Existenzberechtigung am deutschen Markt mehr.

Beispiel 2: McDonald’s. Früher hat McD zusammen mit Coca Cola die besten Werbungen gemacht. Während sie früher nur für Aktionsprodukte und McD als Erlebnis insgesamt geworben haben gibt es jetzt sogar Werbung fürm spezielle Produkte, z.B. der Big Mäc oder die “McDonald’s Pommes”. Die Werbungen versuchen auf die lustig-subtile Art – ach, eigentlich habe ich noch nichtmals Lust zu analysieren was sie versuchen. Auf mich wirken sie einfach als hätten sie es ganz dringend nötig.

Beispiel 3: Haribo, die Hannoversche und Media Markt: Hier macht man sich einen Spaß draus gleichermaßen Geld wie etablierte Stars zu verholzen. Gottschalk ist in der Hinsicht ja bekannt, aber wenigstens konstant gleich (gewollt und nicht gekonnt) selbstironisch. Anke Engelke hätte man auch durch Anja Müller ausm Friseursalon um die Ecke ersetzen können. Na und Harald Schmidt würde für Geld ja nicht nur seine Großmutter, sondern auch noch seine Seele verkloppen. Das ist – ernsthaft – eklig anzusehen.

Beispiel 4: Werbung mit Verbrauchertäuschung. Namen nenn’ ich mal lieber nicht, sonst beschwert sich noch jemand, dass er gemäß deutschem Recht bestimmt seine Kunden nicht bescheißen, sondern nur gezielt informieren will. Zum Beispiel mit der Info, dass das Produkt X jetzt den Kolesterinspiegel senkt. Aber ob das wirklich der Gesundheit dient sagen sie nicht, sondern bauen darauf, dass der Kunde sich von der allgemein geschürten Kolesterinverteufelung hat anstecken lassen.

Außer Konkurrenz sind natürlich die Klingeltonwerbungen. Ganz besonders die, die länger als 15 Sekunden sind. Dazu habe ich jetzt einfach mal den Anfang gemacht:

Sehr geehrte Frau Wagner, Sehr geehrter Herr Kuehner,

Ihnen beiden als Ansprechpartner der beiden großen Medienhäusern in Deutschland möchte ich folgende simple Frage antragen: Würde es etwas nutzen wenn eine größere Menge von Verbrauchern Ihrer Fernsehprogramme Ihnen mitteilen würde, dass er sich wünscht in Ihren Werbeblöcken keine Werbung für Klingeltöne, Spiele und anderen Handy-Mist mehr zu sehen? Ich spreche hier vor allem von nervigen, gefühlt 23-Minütigen Jamba-Werbungen – gelegentlich eingestreute 15-Sekunden-Clips sind sicher kein Problem.

Sollte dem so sein würde ich mich daran machen interessierten Menschen ein Forum aufzubauen, und von Ihnen genannte Kontaktdaten zu vermitteln.Alternativ zur schnöden Ablehnung von Jamba & Co. wäre ich übrigens auch sehr damit einverstanden wenn Sie diesen Unternehmen eine Grausamkeitsabgabe auferlegen würden, sagen für jede bei Ihnen eingegangene Beschwerde 10 Euro. Sollten Sie diese gerichtlich einfordern wollen wäre Ihnen meine Unterstützung gewiss.

Mit freundlichen Grüßen,

Mal sehen, was das wird.

2 Kommentare

  1. Toni

    *g* Ehrenwert. Nervig ist aber immernoch dieses ätzende Gejaule in der aktuellen Cola-Werbung.

  2. Jott

    Umso schöner finde ich die ein oder andere Bausparer-Werbung – z.B. mit dem Spießer-werden-Was’n?-Kind und aktuell vor allem am Glänzen mit dem Markisen-Knick-Wie-sieht’n-das-aus?-Rocker.

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