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Jim Block

Ein guter Burger ist eine gute Sache. Das ist eigentlich ein Axiom – eine unmittelbar einleuchtende Behauptung, die keines näheren Beweises bedarf. Auch und insbesondere Burger, die nicht von den bekannten Brätereien (insbesondere McD und BK) gefertigt werden, sind hier zu beachten. Darum habe ich mich heute dazu bewegt, eine neue Hamburger Hamburgerkette auszuprobieren, Jim Block.

Jim Block, ein naher Verwandter von Block House, dem Steakladen, ist für mich mit einer kleinen Vorgeschichte gespickt: Unsere Aramark-Kantine in der Firma bietet etwa jede zweite Woche einen Burger an. Meistens einen Hamburger oder Cheeseburger, jeweils etwa sechs Euro ohne Beilagen. Das ist zwar sehr viel, aber dieser Burger ist RIESIG und unglaublich schmackhaft – also eine gute Investition. Dieser Überzeugung ist aber nicht jeder in der Firma – einige behaupten, Jim Block sei sehr viel besser. Da Burgeressen eine ernste Angelegeheit ist musste ich das also dringend überprüfen.

jimblock_testessen_001_200801271.jpgDer Laden liegt vergleichsweise verkehrsgünstig, keine zwei Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Leider ist das für eine Anreise mit dem Auto aber eher unpraktisch, da sämtliche Parkplätze dort Geld kosten und ständig überbelegt sind. Aber was solls. Der Laden ist gut zu finden, aber groß und auffällig ist er gewiss nicht angelegt. Aber warum auch nicht.. um, gutes Essen zuzubereiten braucht man nicht unbedingt viel Platz.

jimblock_testessen_002_20080127.jpgFür einen Sonntag Mittag war es angenehm leer. Die Einrichtung und Ausstattung ist modern und eher schlicht gehalten. Die Beleuchtung ist ein wenig schwummerig und nicht zu hell gehalten, dadurch wird die Atmosphäre in dem kleinen und länglichen Laden sehr gemütlich. Die Gänge sind breit, und man hat nicht zu sehr das Gerühl aufeinander zu hocken. Oh, und – es ist mollig warm!

Wie bei den hochkommerziellen Vorbildern gibt es nur eine Thekenbedienung mit Sofortkasse. Und ebenfalls ähnlich hat man bei der Bestellung einen Fragenmarathon zu absolvieren: Burger groß oder klein, mit Pommes oder Knobibrot, welches Getränk, Getränk groß oder klein, Mayo oder Ketchup. Naja, man kennt das.
jimblock_testessen_003_20080127.jpgAnders ist bei Jim Block, dass man standardmäßig Menüs bestellt. Die Preise für die einzelnen Burger findet man fast nirgendwo (1,80 Abzug vom Menüpreis). Die Bedienung ist routiniert-freundlich, und spricht halbwegs deutsch – aber immerhin SPRICHT sie mit ihren Gästen. Bei McD kann man ein sechsteiliges Essen bestellen, ohne dass der Kassierer ein einzelnes Wort sagt.
Ebenfalls anders ist, dass man bei Jim Block nicht mehrere Kassierer hat, die kassieren und dann auch die Bestellung zusammenstellen, sondern es gibt eine Kasse und so eine Art Ausgabe, wo man sein Tablett bekommt. Das fand ich recht gewöhnungsbedürftig, und nicht unbedingt die optimale Variante.
Trotzdem im direkt einsehbaren Küchenbereich nur ein einzelner Mensch Dienst tat und der Burger ganz frisch zusammengestellt wurde, musste ich keine drei Minuten warten. Das spricht für eine sehr gute Organisation! Allerdings war mein Burger deutlich schneller fertig als der einiger anderer mitwartender – was wiederum fragwürdig wird.

Nun zum Burger – serviert auf einer Prozellanschale mit Metall-Besteck und einem Glas. Er ist etwas kleiner als ich gehofft hatte dass er sein würde, aber kann trotzdem noch mühelos mit den internationalen Konkurrenten mithalten. Der Burger ist ordentlich zusammengebaut, nirgendwo quellen Sauce oder Belag hervor, und er lässt sich einigermaßen gut in die Hand nehmen. Besteck ist zum Essen eigentlich nicht erforderlich.
jimblock_testessen_004_20080127.jpg Mein Cheeseburger schmeckte wirklich sehr gut. Auch jetzt noch, mehr als eine Stunde danach, habe ich einen sehr intensiven Nachgeschmack davon im Mund. Das Fleisch, der Salat und die mehreren Saucen harmonieren prima miteinander, insbesondere irgendeine Art von Mayo kommt angenehm dezent und doch deutlich heraus. Das Fleisch könnte etwas mehr im Vordergrund stehen, es scheint sich dabei nämlich um Steakhack zu handeln. Wer das mag kann sich ja das Burger-Upgrade von 125 auf 180 Gramm für einen Euro zukaufen.
Die Pommes sind eher eine Enttäuschung. Sie sind quasi gar nicht gesalzen, schmecken etwas fettig, und sind nicht besonders kross. Dafür waren sie extrem heiß.

Ich habe 5,90 für mein Cheeseburgermenü bezahlt, 4,10 für den Burger und 1,80 für das Menü. Der Burger ist das Geld schon Wert. Er könnte besser sein, aber für die etwa vier Euro bekommt man schon eine amtliche Ladung Burger, die sich gewiss nicht zu verstecken braucht. Den Menüaufpreis sollte man sich besser sparen – die Pommesportion ist klein und wenig schmackhaft. Und die Cola ist halt eine Cola.

Da es bei Jim Block sehr spannende Burgerkombinationen gibt (z.B. ein Pilzburger oder ein Ciabatta-Steak-Burger) werde ich in jedem Fall da wieder hinfahren. In Barmbek und Bergedorf gibt es jeweils noch einen Store, vielleicht werde ich da mal die Parkplatzsituation überprüfen – auch wenn das schon echt weit ist.

4 Kommentare

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  1. lampe

    Ich muss vor Jim Block warnen: Das ist jetzt ein paar Stunden her, und mir läuft noch immer vom Nachgeschmack das Wasser im Mund zusammen.

  2. Melchen

    Dann muß ich da ja auch mal hin Melchen

  3. Jott

    Stunden später noch Nachgeschmack ist in meiner Welt nix Positives ;o)

  4. lampe

    Wenn der Nachgeschmack LECKER ist, dann schon. Wenn sich das anfühlt wie tote Katze, dann sicher nicht.

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