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Sie sind da!

Die Waschmaschine und der Trockner haben ihren Weg gefunden. Aber eins nach dem anderen..

Mein Tag begann um sieben damit mich ausgehfein zu machen, um dann um kurz nach acht vor der Tür vom Baumarkt zu stehen, um die Treppenkarre auszulösen. Freitag hieß es noch “Kommen Sie einfach rum, die ist eigentlich immer hier”. Wer war heute ausgeliehen? Genau.
Als schlauer Junge habe ich natürlich einen Alternativplan: StarCar-Autoverleih. Auch da – keine Treppenkarren. Dann habe ich mich auf die Suche nach AVIS gemacht, aber keinen gefunden (ich BRAUCHE ein Navi!), in meinem kleinen Max Bahr gab es auch nichts zu holen – in einem großen in Wandsbek habe ich dann aber die letzte gekriegt. Für 70 Euro Kaution und 12 Euro am Tag!

Bis ich endlich in der Firma war war es fast zehn. Und jetzt fing das warten an. So oft habe ich noch nie auf mein Handy geschaut.. Der erlösende Anruf kam erst um 16:14:

  • Sind sie jetzt da?
  • Äh. Ist da Kühne und Nagel?
  • Ja, da liegen Sie genau richtig!
  • Ah, prima! Ja, ich kann so in 20 Minuten da sein.
  • 20 Minuten?! Ich wollte eigentlich so in 5 bei Ihnen sein. War vorhin schonmal da, und hatte die Geräte sogar schon vor der Tür stehen, aber hat niemand aufgemacht.
  • Öh. Ich hatte eigentlich mit Ihrer Disposition abgesprochen, dass man mich eine Stunde vorher anruft!
  • Das steht hier nich.
  • Äh. Ja. Gut. Ich gehe jetzt sofort los. 10 bis 15 Minuten.
  • Oke. Bis gleich.

Tja. Also losgehetzt wie so ein Blödi. Es erwartete mich ein recht entspannter, älterer Herr:

  • “Ich glaub ich will zu Ihnen. Ich hol mal die Sachen. Atmen Sie erstmal durch..”

Nach fünf Minuten kam er also mit der Palette angewackelt. Jetzt kam der entscheidende Moment:

  • Würden Sie mir wohl beim hochbringen helfen?
  • Tjaa.. muss ich ja eigentlich nicht, nech?
  • Ja, ich weiß <tasche nestel> aber ich bin ganz alleine, konnte niemanden finden, der mir helfen kann.. <zwani zück> Kriegen wir das irgendwie hin?
  • <sichtlich erleichert> Jou! Das kriegen wir wohl hin! <zur treppenkarre guck> Sie haben da ja auch schon richtiges Werkzeug mitgebracht.

Also haben wir gewuchtet. Er hat gezogen, und ich hab geschoben. Ging einigermaßen gut, aber war natürlich so lärmig, dass gleich die Blockwartsgattin aus der Bude äugte:

  • Nur dass Sie wissen, nech, wenn das iagendwelche Schäden gibt, dass Sie dafür aufkommen!

Der Fahrer guckte etwas pikiert hoch, so dass ich sofort eingeschritten bin:

  • IS OKEE FRAU ENGEL, ICH BIN DABEI! WIR PASSEN AUF!

Dann, als beides oben war, haben wir noch unterschrieben, und der nette Fahrer gestand sehr zu meiner Überraschung ganz offenherzig:

  • Ich hab inzwischen übrigens den Hinweis gefunden, eine Stunde vorher anrufen. Stand ganz unten. Aber wenn ich ehrlich bin.. wenn ich jeden Zettel lesen soll bin ich nur noch am lesen und telefonieren.

Das ist zwar dann eher eigene Blödheit, aber seine 20 Euro hatte er sich redlich verdient. Alleine hätte ich das nicht hinbekommen, da bin ich mir sehr sicher.

Dann sofort ins Auto gesprungen, die Treppenkarre wegbringen: Nachdem im Max Bahr nach etwa ZWANZIG Minuten ein Mitarbeiter zur Tat Schritt, und mir meinen Schein ausfüllte, rechnete er überraschend schnell und korrekt: 70 Euro Pfand, 12 Euro Leihgebühr, 58 Euro Erstattung. Damit bin ich dann zur Haupt-Info, wo ein sichtlich überarbeiteter Herr mit Krawatte mir eine Gutschrift über 70 Euro erstellte, die mir an der Kasse auch prompt ausgezahlt wurde. Ehrliche Haut, die ich bin, habe ich mich natürlich wieder beim Gutschreiber vom Dienst gemeldet:

  • Noch ne kurze Frage?
  • Eher ein.. Hinweis. Sie haben mir die vollen 70 Euro ausbezahlt.
  • Und?
  • Ich hab 12 Euro Leihgebühr, und 70 Euro Kaution gehabt.
  • Und?
  • Eigentlich hätte ich nur 58 Euro haben sollen.
  • Sie haben das Gerät ja geliehen. Und dafür fällt eine Gebühr an, die Sie bezahlen müssen.
  • Vielleicht andersrum: Sie haben mir zu viel Geld gegeben. Bisher habe ich garnix bezahlt.
  • Öh.
  • Wenn das für Sie okay ist, gehe ich auch gerne wieder.
  • Öh.
  • Liegt jetzt bei Ihnen.
  • Ja, äh. Äh. Das.. hab ich jetzt gar nicht realisiert, dass wir die Leihgebühr nicht abgerechnet haben (es stand KLAR auf dem Zettel!)
  • <12 Euro hinknall>
  • Ein ehrlicher Kunde. Sowas hat man selten. Ja. Ich werd’ das später abrechnen und damit dann zur Kasse gehen, dann müssen Sie sich nicht wieder anstellen. Vielen Dank, dass Sie sich gemeldet haben! Und noch einen schönen Abend!

Naja. Also wieder zurück. Die Maschinen auspacken, aufstellen und so gut es geht in Betrieb nehmen. Ansich hatte ich ja vor gleich das komplette Ziel zu erreichen: Die Wasch-Trocken-Säule mit angeschlossenem Trockner. Leider stellte sich das als spontan nicht machbar heraus, da nicht alle Teile so zusammenwirken, wie ich das eigentlich geplant hatte.

  1. Der Ablaufschlauch der Waschmaschine ist zu kurz, und außerdem passen die Schellen, die ich besorgt habe, nicht auf den Anschlussnupsel.
  2. Der Ablaufschlauch des Trockners ist nicht nur zu kurz, sondern hat auch ein arg komisches Format, und passt damit einfach nicht auf meinen Abfluss.
  3. Um den Rahmen an die Waschmaschine anzubringen muss man Löcher in den Deckel bohren. Dazu hatte ich heute einfach keine Lust mehr.
  4. Ich muss eigentlich nicht versuchen einen 40 Kilo schweren Trockner fast einen Meter hochzuwuchten. Das bekäme ich zwar hin, aber wenn dann nicht alles stimmt ist er ein Haufen Schrott.

Das werde ich also alles in den nächsten Tagen angehen. Die erste Wasch- und Trocken-Runde habe ich jedenfalls schon erfolgreich absolviert: Die Waschmaschine schleudert wie eine Wildsau, und der Trockner macht es mukkelig warm in der Bude. Oh, und – sauber wird die Wäsche übrigens auch. ;)

4 Kommentare

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  1. lampe

    Übrigens, mein Vater sehr trocken zu den Problemen: “Passt nicht? Dann Hilti.”

  2. Melchen

    “Anschlussnupsel”?? *kicher die Mel

  3. Jott

    Hilti?

  4. lampe

    Hilti.

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