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Vom Flughafen zum Hotel

Ein neuer Tag, und weiter geht es mit der Erzählung. Stehengeblieben war ich beim Flughafen “Bangalore Hindustan International”, dem großartigen.

Bei dem Namen würde man ja eher was repräsentatives erwarten. Aber so ist das da nicht. Der Flughafen ist WINZIG, und hat gerade mal zwei kurze Gepäckbänder. Da ist sogar Hamburg um ein vielfaches größer – und da landen keine 747s!

Die Passkontrolle lief ganz problemlos ab, keine dummen Fragen oder kritische Blicke, er hat nur einen Stempel reingedonnert, und das war es dann auch. Der Schock sollte erst später kommen..

Einen ersten Eindruck von “Indien ist anders” habe ich dann aber doch schon am Gepäckband bekommen. Da sich um das Band sehr viele Leute versammelt haben habe ich meinen vorbeiziehenden Rucksack nicht gleich greifen können. “Na”, so dachte ich mir, “der kommt ja wieder”. Aber er kam nicht wieder. Nach fünf Minuten wurde ich unruhig, und nach zehn langsam aber sicher entsetzt: Wo ist der Kack’ Rucksack abgeblieben! Das Band kann doch nicht so lang sein, und diverse andere Sachen kommen auch ständig wieder rumgefahren.. Ich bin dann mal rumgelaufen um zu sehen, ob vielleicht jemand den Rucksack auf dem Rücken hat – und dann habe ich ihn auch gefunden: Zusammen mit einigen anderen Gepäckstücken stand er mitten im Raum an eine Säule gelehnt. In Indien ist das nämlich so, dass die Gepäckstücke nach einer gewissen Zeit einfach mal vom Band runternehmen. Das kann lange dauern, oder auch nicht. Manchmal nehmen sie sie auch einfach direkt vom Band, was solls – die Leute werden ihr Zeug sicher suchen und finden.

Und dann kam der Schock – vor dem verlassen des Gepäckbereichs wollten sie noch einmal so einen Einreisezettel sehen, den man ausfüllen muss. Und statt “Bye” sagte der Onkel zu mir: “Please go to inspection”. Inspektion? An meinem Koffer muss aber kein Öl gewechselt werden.. also bin ich zur “Luggage Inspection” gedackelt, wo man meinen Rucksack sehen wollte. Den haben sie dann nochmal gescannt, und dann wollten sie die kleinen AOL Bubble-Radios sehen, die ich mitgebracht hatte.

- What are these?
- These are Radios.
- Radios?
- Yes. Radios. For listening to music.
- Ah. Radios. How many?
- Twenty.
- So twenty Radios.
- Yes.
- What are these for?
- They are giveaways for my new indian colleagues.
- These are present?
- Yes. Presents. For colleagues.
- Ah. Presents. What are these worth?
- Umm, like  three euros a piece?
- These all three euros?
- Yes. All three euros.
- Ah. You must declare these.
- Well, nobody asked me to declare something, and I said in the form, that I’m carrying electronics.
- Form. Yes. Declare.
- Okay, I hereby declare I carry 20 Radios as giveaways for my Indian colleagues.
- I can have one of these?
- Yes sure, go ahead!

Er hats dann genommen, gegrinst und war sichtlich zufrieden mit dem Deal. Der Form halber hat er dann noch die Schlüsslbänder sehen wollen, aber das war es auch.

Auf dem Weg zum Ausgang der nächste Schock: Der Geldautomat wollte mir kein Geld geben! Und das in Indien, wo man doch jedem für jeden Pups Geld in die Hand drücken muss. Und in der Schlange stand auch bereits gleich der erste: Der Kofferträger.

- I’m so sorry I don’t have any indian Money so far
- Give me Euro.
- I dont have any coins with me, all I have are are british pounds.
- Give me paper money.
- There is no way I will give you that. But I can give you a radio if you want one?
- The batteries?
- Yes, here you go with additional batteries for the radio.
- (nachdenken) Okay.

Puh. Der Weg zum Hotel war dann wieder relativ entspannt, das Hotel hatte den Transport mit einem recht anständigen Auto organisiert. Und auf dem Weg habe ich dann auch einen ersten Eindruck von dem bekommen, was jeder meint, wenn er sagt dass der Verkehr in Bangalore irre ist: Selbst um FÜNF Uhr morgens tobt da der Bär, und die Straßen sind voller als in Hamburg zur Rush Hour. Verkehrsregeln gibt es offenbar keine, jeder fährt einfach, und hupt quasi ununterbrochen. Die Hupe ist so ziemlich das wichtigste Instrument an einem indischen Auto, wichtiger als Blinker oder Bremslichter. Und der Inder hupt auch wirklich zu jeder Gelegenheit. Das kann heißen “Hier komme ich” oder “Pass auf” oder “Verzieh dich”, und manchmal auch einfach gar nichts.

Später gehts weiter mit Berichten vom Hotel.

1 Kommentar

  1. Jott

    Gut, dass du heil agekommen bist – eine Sorge weniger ;o) Hat’s mittlerweile denn auch mit dem Geld geklappt?

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