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Nachtrag: Nachricht vom Flug

Ich muss noch einen Nachtrag liefern, einen Blog-Eintrag, den ich während dem Flug zurück geschrieben habe – mangels Internet im Flugzeug aber leider nicht absetzen konnte. Schade übrigens, Internet im Flugzeug wäre gut geil!

Da sitze ich nun, in knapp zehntausend Metern Höhe, habe die Wampe voll mit Frühstück und Kaffee, schon einen ganzen Film (Lions for Lambs) geguckt, und trotzdem noch sieben Stunden bzw. 6300 Kilometer alleine in diesem Flugzeug vor mir.
Drei Stunden unterwegs, und wir sind noch nichtmals richtig aus Indien raus. Unter uns eine sanft Flusslaufgeschwungene, weißliche Landschaft, als ob Schnee läge – vielleicht ist es sogar Schnee, keine Ahnung. Ein kräftiger Gegenwind von 125 km/h macht den Flug bisher etwas ruckelig und langsam – so um und bei 13 Kilometer die Minute.
Die Kabine – ich sitze auf dem Oberdeck – ist fast völlig dunkel, jeder schläft oder schaut Filme. Und da wir fast auf dem gesamten Flug Vormittagssonne haben, denn wir fliegen ja mit dem Sonnenaufgang, wird es auch noch eine ganze Weile dauern, bis es in der Kabine wieder heller wird.
Unter uns ist inzwischen irgendwas zwischen Wüste und Permafrostboden, was genau weiß wohl niemand. Die Landschaft wird nur durchschnitten durch zig Kilometer lange Linien, die vermutlich Straßen oder Bahnlinien darstellen. Vielleicht auch die Grenze von Indien zu dem, was links daneben liegt, was auch immer das ist.
Ganz plötzlich fängt die Landschaft aber an bergig, ja sogar Gebirgig zu werden – Ausläufer des Himalaya, laut Moving Map nordöstlich von Nawabsha. Besonders die Kante zum vorher flachen Ödland sieht spannend aus, denn aus der Ebene stechen ganz plötzlich einfach so riesige Gebirgszüge hervor, nur gelegentlich durchbrochen von einzelnen größeren Flussläufen. Ich habe einfach mal ein Foto gemacht, vielleicht wird’s ja was.
Minus 42 Grad sind es draußen vor der Tür, das ist ganz schön eisig. Und just im Moment geht auch das Rumpeln wieder los, kann nicht mehr lange dauern, bis das „Fasten Seatbelt Sign” kommt..und da ist es. Bis später!

Hachja. Noch kanpp drei Stunden bis London, so in etwa jedenfalls, und wir nähern uns schon wieder europäischen Gefilden. Ich glaube, wir überfliegen grad Tschernobyl (jedenfalls die Ecke da), also schon recht nahe. In London dann umsteigen, warten, fliegen, DAHEIM! Inzwischen habe ich mir aus der Bar so was wie ein Sandwich geholt, mit Schinken – schmeckt aber kackig. Schade drum. Da hätte die BA ne Menge draus machen können. Inzwischen bin ich übrigens auch schon zwei Filme weiter – die deutschen Titel kenne ich jeweils nicht, auf Englisch heißen sie The Rainmaker und In the Line of Fire. Einen kriege ich mindestens noch hin, zwei könnte sehr knapp werden. Der Anflug geht für London und Großflugzeuge recht früh los, und da muss man ja immer ordentlich geschniegelt sein. Und ich freu mich schon auf meinen ersten Burger bei McD. Oder eine amtliche Pizza. Eigentlich egal was es gibt, Hauptsache weder scharf, noch vegetarisch.
Und ich denke schon die ganze Zeit darüber nach, was ich noch alles erledigen muss. Am besten sofort Wäsche zur Wäscherei bringen, ein paar Kleinigkeiten einkaufen.. na, allsowas halt. Und dann vermutlich früh schlafen gehen, weil ich die ganze Zeit im Flugzeug nicht geschlafen habe, und im Hotel auch nur eine Stunde. Aber was tut man nicht alles für die Firma, nech?
Ich muss übrigens sagen, dass es mir oben in der Boeing tatsächlich sehr viel besser gefällt, als unten. Da die Gepäckfächer oben recht klein sind gibt es an den Seiten eine Reihe vertikaler Staufächer, die prima als Ablage dienen können. Und es sind halt auch nur sehr wenige Sitze, dafür aber gleich zwei Purser, falls der Pilot mal irgendwas will.

Nachtrag zum Nachtrag: Ich habe mich schließlich noch an “The Untouchables” versucht, aber dann ging das Entertainmentsystem im Flugzeug kaputt. Schade, guter Film, gleich mal für daheim bestellen.

1 Kommentar

  1. Momo

    Weiß auch nicht, welcher Teufel mich gerade geritten hat, mal einfach im Web nach ComLampe zu suchen. Sieh an, sieh an…. Hoffe, es geht dir gut. (die irgendwannmalgewesene) FSCTlisei

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