«

»

Unbedingt gucken!

Normalerweise schreibe ich keine Filmrezensionen, und halte mich mit Filmempfehlungen auch eher zurück. In der Hinsicht bin ich ein gebranntes Kind – viele Freunde und Bekannte “fühlen” sehr stark bezüglich verschiedenen Schauspielern, und erleiden physische Schmerzen, wenn sie die sehen. Daher halte ich mich zu dem Thema eher freundlich-bedeckt. Konflikte suchen ist nicht notwendigerweise meins. Zu schwer beeindruckt um dahingehend den Mund zu halten hat mich aber..

The 6th Day. Auch und GERADE weil es Schwarzenegger ist. Auch und GEERADE weils ein Zukunftsfilm ist. Auch und GERADE weil er die Klonthematik aufgreift.

The 6th Day handelt von einer “nicht allzu fernen Zukunft”, in der Menschen-Klonerei möglich, aber verboten ist. Und wie das immer in so Filmen ist, lassen sich einige von dem Verbot nicht abhalten, und müsse daher mal den Arsch vollkriegen.

So viel zum Plot, der angenehm viel Hintergrund und Ecken und Kanten aufweist. Dann, für Schwarzenegger wichtig, sind mehrere gute Action-Szenen drin, die aber nicht zu übertrieben sind. Mehrere Schießereien, dabei werden aber nicht gefühlte 674 Autos in die Luft gesprengt, und in einen Fluss fallende Autos gehen unrealistischerweise auch nicht explodierend in Flammen auf.

Was mir aber eigentlich an dem Film gefällt sind zwei Dinge: Die Musik, die nicht ultra-futuristisch ist, sondern moderne Elemente mit klassischen Verknüpft, und sehr dezent im Hintergrund bleibt, trotzdem aber prima unterstützt.
Und die Realistik! Der Film spielt in der Zukunft – und endlich mal trägt NICHT jeder irgendwelche Leder-Plastik-Overalls in Grün-Lila, sondern ganz normale Klamotten. Endlich mal wohnt NICHT jeder in 790stöckigen, vollautomatisierten Riesenwolkenkratzern. Endlich mal hat NICHT jeder nur noch Hologrammgeneratoren. Endlich mal gucken NICHT jedem Kabel aus dem Arsch raus! Und der Film behandelt Klone – und endlich mal sind das NICHT sabbernde Lappen mit Hörnern und ausfahrbaren Gliedmaßen. Und endlich mal sind das NICHT völlig gestörte Matschehaufen, die sinnfrei pauschal alles umbringen. Und endlich mal tun sich Klon und Original NICHT sinnfrei abballern.

Klone müssen keine bösen Instrumente der Macht sein. Klone müssen keinen implantierten Wahnsinnsfaktor haben, der Schaum vorm Mund verursacht, wenn jemand das Geheimwort “Hundekacke” sagt. Und Klone müssen endlich auch mal nicht plötzlich in ihre Einzelteile zerfallen oder zu pulsierenden Fleischhaufen mutieren.

Ganz besonders beeindruckt hat mich, dass Klon und Original im Film zusammenarbeiten. INFAM! Wir sind hier in Hollywood, wenn Klon und Original sich treffen muss es eine mindestens 25minütige Schlacht geben, die Gelegenheit bietet die halbe Stadt zu zerstören. Und eigentlich muss spätestens in dem Moment in Klonmanns Gehirn irgendeine Hupe angehen, die ihm realitätsnaherweise verheißt: Töten, töten, töten.

Und beeindruckend ist – um das nochmal zu betonen – dass nicht jeder in Gummioveralls rumläuft.

Der Film geht mit dem Thema sehr erwachsen um, und versucht vor allem nicht den Eindruck zu erwecken, dass Zukunft und technischer Fortschritt pauschal zu verurteilen sind, oder überhaupt unser Leben komplett umkrempeln werden: Warum sollten Klone nicht auch nette Burschen sein? Warum sollten Hemden in der Zukunft entfallen?

Und ganz besonders darum gefällt mir der Film – er zeichnet ein halbwegs realistisch-mögliches Bild von dem, was passieren KÖNNTE.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>