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Die Axe-Homepage

Da ich eh wach bin und schlechte Laune habe dachte ich mir, ich könnte mir auch mal wieder ordentlich das Maul über andere zerreißen. Sofort bot sich ein Kandidat überreichlich an: Die Homepage von Axe.

Und, meine Güte – ich habe ja über die Saturn-Webseite schon viel Galle versprüht. Aber der Axe-Homepage gebührt ein Ehrenplatz.

Es geht – um das hier noch einmal deutlich zu machen – ganz simpel daru,m dass ich von einer Webseite erwarte, dass Sie einen wirklichen positiven Mehrwert im Verhältnis zum Produkt bietet – Information, vorrangig.
Die meisten Webseitenbetreiber haben aber das Prinzip nicht so recht verstanden, und packen auf ihre Webseite bevorzugt Sachen, die mit dem Produkt gar nichts zu tun haben, sondern den Ausruf “COOL” aus der geneigten Clientel locken sollen.
Besonders beliebt sind irgendwelche Community-Applikationen mit dem Ansinnen Menschen einander näher zu bringen – ganz ähnlich wie die anonymen Alkoholiker. Dicht davon gefolgt sind die großartigen “Fun-Applikationen” – aka Flashklickibuntitschittibängbäng-Dinger.

Nun, was finde ich auf der Axe-Seite? Eine Weiterleitung zu Kiss My Axe, wo sich ein wie ein Kuhschädel aussehender Totenkopf dreht, und man aufgefordert wird sich wie ein Rockstar zu fühlen und seiner Band einen Namen zu geben.
Das verzweifelte Klicken auf den Reiter “Produkt” wird schnöde ignoriert, schließlich muss hier eine wichtige Animation durchlaufen, die für den Usecase der Seite essentiell ist: Einen Bandnamen eingeben. Übrigens wird “Stinkender Hackfressenhaufen” als solcher nicht angenommen. Der Name ist aber auch nur dazu da damit man sich irgendwelche lethargischen Musiker beim spielen in einer abgesiffen Wohnung anschauen, und schließlich sein Foto hochladen kann. Das wiederum ist dann wichtig für die Teilnahme am großen Axe Musikwettbewerb “Kiss My Axe Guitar Hero”, gefolgt von einer Anleitung, wie man seine Tastatur halten muss, um eine E-Gitarre möglichst realistisch..

STOP. Was ist hier passiert? Genau – ich habe Informationen über ein Produkt der Firma Axe gesucht, und habe einen Haufen Scheiße vorgefunden. Ich will nicht Guitar Hero werden. Ich will nicht von 90 Sekunden ladenden, nicht wegklickbaren Intros begrüßt werden Und ich will nicht auf suggestionen der Marke “OK, le’ts ROCK” vs. “Sorry. I’m a pussy” klicken. Ich will noch nicht einmal SEHEN, dass jemand sowas seinen Kunden zumutet.
Um das nochmal ganz überdeutlich zu sagen: Wenn man an ihrem Flashhirnriss nicht teilnehmen will muss man “I’m a pussy” anklicken.

Ich habe Axe immer gerne benutzt, weil es gut riecht. Das – und alleine das – machte das Produkt für mich interessant. Leider sehe ich mich nunmehr aber der Tatsache gegenüber, dass das Geld, was ich für Deo ausgebe, für so einen abgehalfterten Dreck eingesetzt wird, dessen Ansinnen es nur sein kann die Würde es Menschen auf die widerlichste Weise anzutasten – sogar die, die dafür treu und seit Jahren eine Menge Geld bezahlen. Und die einzige mir als Menschenfreund verbleibende Reaktion ist es, meine Zuwendungen künftig an ein anderes Produkt zu richten.

Übrigens: Die eigentlich sogar gut gemachte ECHTE Axe-Webseite hätte man gefunden wenn man gaaaaaaanz rechts unten auf “axe.de” geklickt hätte. Schade drum – hätte sich mir nicht Kiss My Axel in den Weg gestellt hätte ich sogar eine Empfehlung auf eine gelungene Mischung ausstellen können. Aber nunja. Zu spät ist zu spät.

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