«

»

Analogkäse und die Wahrheit

Durch die Medien ging und geht eine Welle der Empörung ob eines herausragenden Produktes der Lebensmittelindustrie: Der Analogkäse. Da wagen es Bäcker tatsächlich ihre Pizzazungen nicht mit frisch dem Euter abgerungenen Produkten zu belegen, und das in deutschen Landen, wo doch bekanntlich alles im Supermarkt quasi frisch von der Wiese kommt.

Ich finde das zum kotzen. Nicht so sehr den Analogkäse. Es gilt weiterhin das alte Prinzip: Schonmal Analogkäse gegessen? Recht so – dann hat er also geschmeckt. Viel schlimmer finde ich diese Heuchelei in einem Land, in dem große Elektronikmärkte Jahrelang den Slogan “Geiz ist geil” prägten, ohne dass irgendwer angewiedert die Nase rümpfte.

Und ich vermute, dass gerade die, die jetzt aufjaulen, diejenigen sind, die im Supermarkt mit allergrößter Begeisterung zur NoName-Ultrabillig-Megapackung greifen, und dann denken, das Lebensmittel sei quasi direkt vom Bauernhof in die ortansässige Filiale verbracht worden.

Das alles wäre weniger eklig, wenn das Prinzip neu wäre. Aber dass unsere Lebensmittel überwiegend gefälscht sind, damit sie sich überhaupt großindustriell herstellen lassen ist bekannt, seit mindestens zehn Jahren sogar in ziemlich großem Umfang. So ist der Wikipedia-Artikel über Kunstkäse 2004 erstellt worden.

Schlimm-Schlimm ist alles geworden.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>