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Der Klimaschutz

Da tut ein Haufen bestimmt ganz kluger Kittel kund, der Klimawandel sei da. Und ganz Deutschland schreit auf. Von Radiosendern, sogar den eigentlich eher konservativen öffentlich-rechtlichen, muss man sich befragen lassen, auf was man denn so verzichten würde, um dem Klima was gutes zu tun. Na, wie ists – statt Domrep mal Düsseldorf? Bus und Bahn benutzen? Zweiten Pulli überziehen? Privatrechtliche Nachrichtenfernsehsender erwähnen so ganz nebenbei Webseiten, die klimaneutrale Mallorca-Aufenthalte ermöglichen, indem man den Gegenwert der Verschmutzung durch das Fliegen einfach “wegspendet” – dem Ablasshandel sei dank!

Am meisten daran stört mich die aktuelle Erschreckung. Ich bin jetzt 27 Jahre alt, und ich habe in der Grundschule schon gelernt, was die globale Erwärmung ist, dass aus einem Auto kein Parfum rauskommt, und dass ich es ganz bald nicht mehr weit zum Strand haben werde. Gut, jetzt könnte man behaupten, das würde ich mir nur einbilden, oder dass ich dann eben auf einer guten Schule war. Aber sogar Hollywood hat die Botschaft verstanden, oder hieß der Film Withoutwaterworld? Ich persönlich kann diesen Aktionismus nur als “Ah-Oh!”-Haltung interpretieren: Huch, das war kein Scherz? Und das finde ich verloren.
Der nächste Schwall Galle gilt all denen, die aus der Misere kluge Schuldzuweisungen ziehen: In Deutschland ist natürlich erstmal der Autofahrer schuld. Nach dem kommt der Flugzeugbenutzer, dann der Warmduscher. Aufgeklärte Medien ziehen auch den Fleischesser heran, denn in der Rangliste der bösen Klimagase liegt noch vor dem Automobil der gemeine Kuhrülpser. Und wenn noch wer gebraucht wird, dann können sicher auch die Raucher oder die Kinderschänder noch herhalten.
Und letztens danke ich unseren Politikern, die kluge Entscheidungen vorbereiten, wie zum Beispiel neue Öko-Abgaben für den treuen Bürger. Allen voran die Umorganisation der KFZ-Steuern hin zu einer Besteuerung nach Verschmutzung. Die soll, so lassen es die Depeschen verlauten, für den Bürger keine Mehrbelastung bedeuten. Diesbezüglich bin ich sehr gespannt. Insbesondere, wie vor diesem Hintergrund eigentlich die Ökosteuer zu bewerten ist, die von der CDU zu Oppositionszeiten ja prima kritisiert, aber trotzdem noch nicht abgeschafft wurde. Und das würde ja ausserdem bedeuten, dass auch die, die nicht das Geld haben, sich neue und umweltschonende Fahrzeuge zuzulegen, das gleiche bezahlen, wie vorher. Aber vermutlich wird die Argumentation lauten, dass dieser Gruppe von Bürgern die Steuer einen lenkenden Anreiz bieten soll, vielleicht zugunsten des neuen Autos ein bißchen weniger Fleisch zu essen.

Ich persönlich werde an meinem Verhalten nichts ändern. Ich verbrauche viel Strom, viel Wärme und fahre gerne Auto. Und ich bin verdammt der Ansicht, dass ich einerseits genug dafür bezahle um davon ausgehen zu dürfen, dass sich meine Anbieter darum kümmern das Klima zu schonen, und andererseits, dass ich in einem der umweltfreundlichsten Länder der Welt lebe. Wenn jedes Land der Welt so viel zum Klimaschutz beträgt, wie Deutschland, und dafür solche Mengen Geld aufwenden, DANN können sie gerne zu mir kommen, und mich nochmal fragen, ob ich meine Heizung runterdrehen will.

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