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Tag zwo

Auch wenn Tag drei schon fast rum ist, hier noch ein paar Zeilen zu Tag zwo.

Also, der Zeitunterschied von sechs Stunden ist doch ein gewisses Problem. Ich habe das inzwischen ganz gut im Griff, aber müde bin ich trotzdem weiterhin zu den falschen Zeiten. Und ganz besonders blöd ist, morgens um sechs mit Schuldgefühlen aufzuwachen, weil es ja eigentlich schon 12 ist. Das nervt auf der einen Seite, auf der anderen ist es aber auch lustig.

Nicht lustig ist dagegen das US-Amerikanische Trinkwasser. Hier kommt aus dem Kran etwas, das für mich eher wie Schwimmbad-Abwasser schmeckt. Sie wissen das zwar selbst, merken es aber nicht mehr so sehr. Ich musste mich jedenfalls schon mehrmals als Verwöhnling äußern, weil ich das nicht trinken kann, ohne dass mir schlecht davon wird. Und leider-leider gilt das auch für alles, was aus diesem Wasser gemacht ist – inklusive Cola und anderer Softdrinks, sofern sie nicht in der Flasche daherkommen. Das ist wirklich übel wenn man, wie ich, gern und viel Wasser trinkt. Also Wasserflaschen kaufen und schleppen.

Es ist erstaunlich, wie viel hier in den USA anders ist, obwohl sie doch eher “wie wir” sind, im Sinne eines westlichen Landes – soll keine Abwertung irgendeiner Art sein. Und immer wieder aufs neue erstaunt mich, wie offen und freundlich die Menschen zueinander sind – nicht nur, wenn man sie kennt, sondern auch und gerade wenn man sie nicht kennt! Man wird immer mal wieder einfach so angesprochen, “Hi, how are you”, ohne dass das irgendwie verbindlich wäre. In Deutschland würde man schräg angeguckt. Diese insgesamt eher positivere und offenere Lebenseinstellung gefällt mir sehr gut.

Und eine besondere Anmerkung bezieht sich auf meinen Job: Meine Aufgabe “isoliert” mich ein wenig von meinen Kollegen im Büro insofern, als dass niemand anderes auch nur entfernt in die gleiche Richtung oder an den gleichen Themen direkt arbeitet. Sicher, da gibt es freundliches Interesse, und immer mal wieder arbeitet man schon auch am gleichen Ding, aber insgesamt gesehen bin ich da schon sehr “alleine”. Das ist hier anders. Hier kann ich ganz ungeniert die ganzen technischen Fachwörter in den Mund nehmen, und JEDER weiss wovon ich spreche – und nicht nur das, sondern teilweise wissen die Leute sogar mehr als ich! Das, und stete Erkenntnis dass die hier die gleichen Probleme und Ungereimtheiten haben, wie ich bzw. wir, gibt mir das tolle Gefühl mit meinem Scheiss doch nicht alleine dazustehen.

Na – das solls jetzt erstmal gewesen sein, ich muss mich fertig machen, gleich gibts noch ein paar Drinks. Mehr vielleicht dann noch heute Abend vom Hotel aus.

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