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Korruption in Indien? Sowas.

Der Spiegel hat in einem Artikel (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,753035,00.html) mal zusammengefasst, was Wikileaks über Indien zu erzählen hat. Ich schätze den Spiegel ansich sehr. Aber was sie da schreiben, das ist ein bißchen sehr scheinheilig.

Wer nie in Indien war, der kann das zugegebenermaßen schlecht nachvollziehen. Aber wer mal dort war, der weiss umso besser, dass der Spiegel hier allzu sehr mit einer rein deutschen Messlatte hantiert, und offenbar an einen Länderartikel jemanden gesetzt hat, dessen höchste Qualifikation eine Vorliebe für indisches Essen zu sein scheint.

Korruption, Bestechung und Vetternwirtschaft sind in Indien allgegenwärtig und universell. Das hat nichts damit zu tun, dass es dort nur schlechte Menschen gibt. Sondern das IST da einfach so: Jeder trachtet danach sich und seine Familie möglichst gut zu stellen. Was wiederum mit den kärglichen indischen Durchschnittslöhnen kaum möglich ist. Und da sie Gewalt und im allgemeinen ablehnen ist “das” der beste Weg.

Wir Touristen ärgern uns ja darüber, wenn wir für eine Taxifahrt in Indien zehn mal mehr bezahlen sollen, als Einheimische – aber genau das ist Ausdruck dessen, was dort stattfindet: Die Schwäche die lokalen Gepflogenheiten nicht zu kennen wird insofern ausgenutzt, als dass man jemandem, der sowieso im Vergleich zu den Einheimischen unendlich viel hat, einfach ein wenig mehr abnimmt. Und wir reden hier über 100 Rupien statt 50, also einem oder zwei Euro, also nichts was weh tut.

Das kann man gut oder schlecht finden. Aber das Getue vom Spiegel, als seien Korruption und dergleichen in Indien im speziellen und in Asien im allgemeinen irgendwas besonderes, finde ich schon fast BILD-artig sensationsheischend.

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